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   KIP (Katatym Imaginative Psychotherapie)
   Die Arbeit mit dem Inneren Kind

Die Arbeit mit dem Inneren Kind



Bei diesem Ansatz geht man davon aus, dass das Ich nicht etwas total Abgegrenztes ist, sondern etwas Komplexes, dass es sich aus unterschiedlichen „Teilen“ zusammen setzt. Zum Beispiel wird uns das deutlich, wenn wir einem Problem zwiespältig gegenüber stehen. Da streiten sich dann (mindestens) zwei Seelen in unserer Brust.

Das Konzept des Inneren Kindes hat sich als sehr hilfreich erwiesen, insofern als dass nicht die ganze Person ängstlich, traurig, wutentbrannt ist, sondern ein verletzter Teil in uns. Diesem kann mit dem Erwachsenen Ich von heute, das ja kompetent ist, geholfen werden. In klassischen Analysen kann es leicht zu einer großen Abhängigkeit von der Therapeutin kommen, die dann zur lieben Mutter wird, was aber der Klientin nicht wirklich hilft. Wahre Hilfe führt dazu, dass sich der Klient auf seine eigenen Kräfte als erwachsener Mann/erwachsene Frau besinnen kann, um selbst dem Kind in seinem/ihrem Inneren zu helfen.

Mit der Frage „Wie alt ist dieser Teil, wenn ich so ängstlich etc. bin?“ kann Zugang zum Inneren Kind gefunden werden. "Wie alt ist es? In welcher Situation befindet es sich? Was braucht es?“

Das erwachsene Ich von heute holt das Kind aus der belastenden Situation (Alleingelassensein, Gewalterfahrung, Demütigung,...) heraus, gegebenenfalls mit Inneren Helfern (welche zuvor imaginativ erarbeitet wurden). Das Kind kann an einen Sicheren Ort gebracht werden (ebenfalls eine vorher bildhaft erarbeitete Ressource) wo es dann alles kriegt, was es braucht : Trost Wärme, Respekt gegenüber dem Leiden, Anerkennung der Trauer und der Wut, Ermutigung, diese Gefühle auszudrücken,...

Dies Arbeit funktioniert, weil uns eigentlich nicht das belastet, was vor Jahren und Jahrzehnten passiert ist, sondern die Bilder, die wir in Bezug auf die belastende Situation im Kopf haben – und die können verändert werden. Das Erlebte kann nicht rückgängig gemacht werden, aber wenn jemand da ist, der zuhört und die Trauer aushält und mit trägt, kann Heilung geschehen.

Symptome können so verstanden werden, dass es immer das Innere Kind (manchmal auch ein jüngerer erwachsener Anteil) ist, das (der) durch sie auf sich aufmerksam macht. Hört man nicht rechtzeitig darauf, eskaliert es, wie kleine Kinder, die nicht gehört werden.

Erwähnt sollte noch werden, dass das Innere Kind nicht nur verletzt und beschämt ist, sondern dass es auch ein fröhliches und lebendiges Kind ist, mit dem sich zu beschäftigen großen Spaß machen kann!

Nicht zuletzt möchte ich noch darauf hin weisen, dass das Prinzip von der „Geburt des Göttlichen Kindes“, ein Symbol für Weisheit, Befreiung und Erlösung ist.(Jesus, Buddha,..)

In dem sehr zu empfehlenden Buch „Das Kind in uns“ von John Bradshaw schreibt dieser über sich selbst:

„An einem verregneten Donnerstag Nachmittag erlebte ich das, was Alice Miller über ihr inneres Kind geschrieben hat: „...und ich brachte es nicht fertig...das Kind...dort wieder allein zu lassen. Hier fasste ich einen Entschluss, der mein Leben grundlegend verändern sollte: mich von dem Kind führen zu lassen...“ An diesem Tag entschloss ich mich, das Kind in mir zurück zu fordern und es unter meine Fittiche zu nehmen. Ich fand es im Zustand panischer Angst vor. Zunächst hatte es kein Vertrauen zu mir und wollte nicht mit mir gehen. Aber ich ließ nicht locker und redetet ihm gut zu und versprach ihm, es nicht im Stich zu lassen. Erst dann begann ich, sein Vertrauen zu gewinnen.“

Und weiter schreibt Bradshaw:

„Wenn die Menschen erst einmal den Anspruch auf das verletzte Kind in ihrem Inneren erhoben haben und es liebevoll umsorgen, wird die schöpferische Kraft dieses wunderbaren, natürlichen Kindes erkennbar. Wenn das Kind erst einmal integriert worden ist, wird es zu einem Quell der Erneuerung und neuer Lebenskraft. C. G. Jung nannte dieses natürliche Kind das „göttliche Kind“- unser natürliches Potential, das uns in die Lage versetzt, die Welt zu erforschen, zu staunen und schöpferisch zu sein.“







Dr. Carina MAYER-KAUTEN
Psychotherapeutin und Lehrtherapeutin für KIP
(Katathym Imaginative Psychotherapie)

Ärztin für Allgemeinmedizin
Ärztin für Psychosomatische und
Psychotherapeutische Medizin

Radetzkystraße 24, 9020 Klagenfurt











Dr. Carina MAYER-KAUTEN

Psychotherapeutin und Lehrtherapeutin für KIP
(Katathym Imaginative Psychotherapie)