Burn-Out-Syndrom

„Ausgebrannt“...

in unserer heutigen Leistungs-, Fun- und Konsumgesellschaft ein sehr häufiges – und doch auch tabuisiertes – Leiden.

Symptome:
Die Betroffenen finden sich wieder in einem anhaltenden Zustand der Erschöpfung wobei diese keine wohlige ist, die aus einer lustvollen, befriedigenden Anstrengung resultiert (körperliche Aktivität, kreative Schaffensphase, Sex,...), sondern eine Gereiztheit mit sich führt. Ein Gefühl „nicht mehr zu können und doch zu müssen“, von einer inneren Anspannung begleitet. Der Schlaf ist nicht mehr ruhig und erholsam, man fühlt sich morgens „wie gerädert“, oft kann man gar nicht schlafen, obwohl man total erschöpft ist.
„Ich bin leer, lustlos, mag nicht mehr“ – so schildern Betroffene häufig ihre Befindlichkeit. Alles ist zuviel, man „will nichts mehr wissen“, aber man sieht keinen Ausweg.
Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden kommen hinzu.
Ebenso ziehen sich „Ausgebrannte“ von zwischenmenschlichen Kontakten zurück, haben kein Interesse mehr an Menschen und deren Problemen.
Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung ist anfangs nur subjektiv, wird jedoch später auch von der Umgebung so erlebt.

Wer?:
„Ausbrennen“ können wir sowohl im Beruf wie auch in zwischenmenschlichen Beziehungen:
Betroffene: alle helfenden Berufe, Manager, Polizisten, Rechtsanwälte, Arbeitslose, Angehörige Schwerkranker, Eltern von behinderten Kindern,...

Entstehung:
Anforderungen und Ressourcen befinden sich nicht mehr in einem Gleichgewicht, wobei zwischen äußeren und inneren Anforderungen (selbstgesteckte Werte/Ziele) unterschieden werden sollte.

12 Stadien Hilfe
1.
Leistungswunsch wird zum Leistungszwang Individuelles Tempo finden
2.
Alles selber machen müssen Delegieren üben
3. Bedürfnisse werden nicht mehr gespürt
Schlafstörungen. Suchtmittelmissbrauch
Auf vernachlässigte Bedürfnisse achten
(Ruhe, Freunde, Sex,...)
4. Fehlleistungen (Termine vergessen, verwechseln) Hinweischarakter verstehen und Konsequenzen einleiten
5. Entwertung wichtiger Lebensziele,
soziale Kontakte sind eine „Belastung“
Grundwerte überprüfen
Frühere Freunde kontaktieren
6. Abkapselung, Zynismus, Strenge, Tadel, Intoleranz, körperliche Beschwerden, Ratlosigkeit Spätestens jetzt professionelle Hilfe suchen
7. Orientierungslos; Ersatzbefriedigungen: Alkohol, Nikotin, Medikamente, Essen, Sex
8. Zuwendung der Umgebung wird als Angriff erlebt
9. “Bin nicht mehr ich selbst“
„ich funktioniere nur noch automatisch“
10. Innere Leere, „ausgehöhlt“, mutlos,
Panikattacken
11. Depression: Erschöpfung, Verzweiflung, Selbstmordgedanken
12. Völlige geistige und körperliche Erschöpfung, Infektanfälligkeit, Bluthochdruck, Magen-Darmerkrankungen




Wichtigst Hilfsmaßnahmen:

  • Sich Zeit geben, Erlernen von Entspannungstechniken
  • Delegieren
  • Klare Ziele, die auch erreichbar sind formulieren


  • Klären, was genau so belastend ist
  • Welche Bedürfnisse werden vernachlässigt?
  • Welche eigenen Kräfte können hervorgeholt werden?
  • Eigene Werte definieren. Sind diese eventuell revidierbar? (z. B. Was ist ein männlicher Mann? Was ist eine gute Mutter? Wie „männlich“ muss eine Frau sein? Darf man „Nein“ sagen?)
  • Fehlenden Informationen einholen
  • Wie kann etwas mehr Eigenständigkeit gewonnen werden?
  • Supervision rechtzeitig!
  • Eventuell Arbeitsbedingungen verbessern










Illustration: 
Dr. Veronika Oepen-Duré






Dr. Carina MAYER-KAUTEN
Psychotherapeutin und Lehrtherapeutin für KIP
(Katathym Imaginative Psychotherapie)

Ärztin für Allgemeinmedizin
Ärztin für Psychosomatische und
Psychotherapeutische Medizin

Radetzkystraße 24, 9020 Klagenfurt











Dr. Carina MAYER-KAUTEN

Psychotherapeutin und Lehrtherapeutin für KIP
(Katathym Imaginative Psychotherapie)